Der Bündner Glarner Schwingertag 1919 in Untervaz war wohl die Initialzündung zur Gründung des Schwingclub Unterlanquart. Ein Jahr später wurde der Klub dann unter der Initiative von Josef Allemann, Landquart, aus der Taufe gehoben und im Folgejahr folgte die Aufnahme in den Bündner Kantonalen Schwingerverband (BKSV).    Ein Schwingkeller war jedoch lange nicht vorhanden, so dass in verschieden Ställen oder Lokalen geübt wurde.  Das Einzugsgebiet verläuft noch heute über die Gebiete der Bündner Herrschaft, Fünf Dörfer und die ersten Gemeinden des Vorderen Prättigaus. Bereits im Gründungsjahr war es Kaspar Bürkli, Untervaz, vorbehalten den ersten Kranz für den jungen Verein zu erlangen. Die ersten Kranzfestsiege erreichte der nachmalige Präsident Ernst Ammann, Landquart-Fabriken, bei den Bündner Festen 1927, 1929 und 1930. Der Grundstein für die erfolgreiche Klubgeschichte war nun also gelegt.  Das folgende Jahrzehnt war dann eng mit dem Untervazer Schwinger Daniel Philipp verbunden.  Ihm gelang es als Erster das Schwingerdorf am Fusse des Calanda’s über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt zu machen. Dies mit drei Festsiegen am Bündner Glarner, (1933, 1935 und 1936) sowie drei NOS-Kränzen. Den grössten Triumph erreichte Daniel Philipp aber 1937, als er mit dem Eidgenössischen Kranz , dem ersten für den Schwingclub Unterlanquart, aus Lausanne nach Untervaz zurück kehrte.

Aus heute nicht mehr bekannten Gründen kam es 1943 zu einer Spaltung innerhalb des Vereins. Es wurde der Schwingclub Zizers und kurz darauf der Schwingclub Calanda für Maienfeld und Bad Ragaz gegründet. Der Schwingclub Unterlandquart wurde dadurch arg geschwächt. Die Baisse im Schwingclub Unterlandquart sollte 1950 gar in der Übergabe der Vereinskasse an den BSKV enden.  Die Tiefschläge waren aber kurz darauf vergessen, tauchte doch ein neuer, hoffnungsvoller Stern am Bündner Schwinghimmel auf. Bereits mit 19 Jahren konnte der Untervazer Christian Plattner 1952 sein erstes Kranzfest anlässlich des Glarner-Bünder Kantonalen in Engi gewinnen. Es war der Auftakt in eine der erfolgreichsten Karrieren eines Bündner Schwingers die beinahe zwanzig Jahre dauern sollte. Insgesamt gelang es Hitsch Plattner das Bündner Glarner gleich deren sechs Mal  und das Glarner Bündner insgesamt vier Mal zu gewinnen.  1956 gelang ihm in Thun bei der ersten Teilnahme an einem Eidgenössischen der Kranzgewinn. In Zug,  1961, Aarau, 1964 und Biel,  1969, sollte ihm dieses Kunststück gleich drei Mal erneut gelingen. Den grössten Wurf erreichte der Untervazer Turnerschwinger aber 1962 beim NOS in Winterthur.  Im Schlussgang bezwang er seinen Freund Hans Bebi und gewann als erster Bündner den NOS-Schwingertag.

In dieser erfolgreichen Zeit fand der Schwingclub Unterlandquart endlich ein festes Zuhause. Beim Neubau des Schulhaus in Untervaz wurde Ende der Fünfziger Jahre auch ein Schwingkeller integriert.  In der Folge traten mit Hans Mutzner, Maienfeld,  und den beiden Untervazern Leo Hug und Hans Bürkli drei weitere hoffnungsvolle Jungtalente in Erscheinung. Die Drei zeichneten sich nicht nur für sportliche Erfolge aus, sondern waren auch als Funktionäre massgeblich für das weitere Gedeihen des Vereins ja gar des BKSV verantwortlich. Der Schwinglcub Unterlandquart verfügte in der Folge über eine breite Basis an Spitzenschwingern. Als besonderer Höhepunkt mag hier das NOS 1972 in Chur erwähnt werden als mit Hans Mutzner,  Hitsch Plattner, Leo Hug und dem jungen Niklaus Wolf gleich vier Unterlandquart vor die Ehrendamen treten konnten.  Auf sie folgte mit Fritz Wattenhofer, Landquart, ein weiterer  Spitzenschwinger der es zu drei NOS Kränzen sowie dem Festsieg beim Glarner Bündner in Engi brachte.

Bereits sollte im Schwingclub Unterlandquart ein weiteres Ausnahmetalent heranwachsen. 1977 trat erstmals Hans Lüthi, Igis, beim Bündner Glarner in Churwalden als Festsieger in Erscheinung.  Der junge Turnerschwinger konnte im gleichen Jahr in Basel erstmals an einem Eidgenössischen Schwingfest teilnehmen und verpasste den Kranz nur knapp. Aber auch neben dem Schwingplätzen konnte der Verein einiges bewegen. Ende der siebziger Jahre wurden Hans Mutzner und Leo Hug als Präsident resp. Technischer Leiter in den Vorstand des BKSV gewählt.  Sie erlebten als Bündner Verantwortliche wie Hans Lüthi 1980 in St. Gallen seinen ersten Eidgenössischen Kranz erreichte.  Hans war aber nicht nur ein erfolgreicher Schwinger, er war auch im Nationalturnern und Ringen einer der Besten im Lande. Siege am Eidg. Turnfest  1984 und beim Eidg. Nationalturntag  1986, aber auch mehrere Schweizermeistertitel im Ringen zeigen die Vielseitigkeit des Igiser. In dieser Zeit übernahm Hans zudem auch die Technische Leitung des Clubs und sollte diese für mehr als zwanzig Jahre bis 2004 inne halten.  Mit dem vierten Rang beim Kilchbergschwinget 1984 und den drei weiteren Eidgenössischen Kränzen 1986, Sion, 1989, Stans, und Olten, 1992, wurde Hans zum Bündner Aushängeschild seiner Zeit. Seine äusserst erfolgreiche Schwingerkarriere beendete er Standesgemäss mit seinem vierten Eidgenössischen Kranz in Olten und trat danach als nicht minder erfolgreicher technischer Leiter in Erscheinung.

Die Erfolge von Hans Lüthi waren auch dank einer starken Mannschaft möglich. Mit Christof Wicki, Igis, sowie Christian und Peter Dünser, Trimmis und später auch Paul Orlik, Landquart,  Thomas Gosswiler, Malans,  und Barthli Schrofer, Trimmis, waren regelmässig weitere Unterlandquarter in den Kränzen vertreten. Dem Polizisten Paul Orlik gelang es gar, 1993 das Bündner Kantonale in seinem Wohnort Landquart für sich zu entscheiden. Im Verein wollte man sich jedoch nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen,  sondern leistete unter der Leitung von Jungschwingerbetreuer Martin Hug Senior wichtige Vorarbeit für die kommende Schwingergeneration.  Ein neues Zuhause fand der Schwingclub Unterlandquart  bereits 1983 beim Neubau des Oberstufenschulhauses in Untervaz. In die Mehrzweckhalle wurde ein moderner Schwingkeller integriert wo der Verein noch heute trainiert.  Im Folgejahr nutzte man die neuen Möglichkeiten und führte unter der Iniative von Martin Hug Senior erstmals das Hallenschwinget im Herbst durch.

1993 übernahm  mit dem Untervazer Niklaus Wolf erneut ein Unterlandquarter das Präsidium des BKSV.  Als Teamleader führte Thomas Gosswiler seine Kameraden beim Eidgenössischen 1995 in unserer Kantonshauptstadt Chur an. Mit einer abschliessenden Niederlage blieb ihm das Eichenlaub verwehrt, doch mit Andy Gees, Igis, und Stefan Fausch, Seewis, konnten zwei Jungspunde erstmals ein Eidgnössisches Hautnah erleben. Bereits im Folgejahr gelang den beiden hoffnungsvollen Talenten der Durchbruch mit ihrem ersten NOS Kranz, Stefan konnte sich gar beim Glarner Bündner erstmals als Kranzfestsieg feiern lassen.  Andy liess nicht lange auf sich warten und konnte in Grüsch 1998 beim Bündner Glarner ebenfalls sein erstes Kranzfest gewinnen.  Den beiden gelang im selben Jahr in Bern ein Novum in der Vereinsgeschichte. Erstmals konnten zwei Unterlandquarter den Eidgenössischen Kranz erlangen und liessen sich entsprechend bei ihrer Rückkehr feiern. 

Zu Beginn des neuen Jahrtausends wartete eine ganz besondere Herausforderung auf den Schwingclub Unterlandquart. Erstmals in der Vereinsgeschichte durfte das NOS-Schwingfest ausgerichtet werden.  Es sollte der würdige Auftakt in das erfolgreichste Jahrzehnt der bisherigen Vereinsgeschichte bilden.  Nach jahrelanger Vorarbeit angeführt durch Hans Mutzner, Leo Hug, Hans Bürkli, Jakob Philipp und Barthli Schrofer konnte das Fest am 18. Juni auf dem Sportplatz Rüfeli, Untervaz, bei herrlichem Sommerwetter durchgeführt werden.  Der Anlass wurde in allen Bereichen zum vollen Erfolg, wobei natürlich auch die Leistungen  der eigenen Schwinger ihren Anteil trugen. Für die Kranzgewinne waren Stefan Fausch und Andy Gees sowie erstmals der einheimische Edi Philipp verantwortlich. Leider war es zugleich einer der letzten Wettkämpfe von Andy Gees. Den Talentspähern des Bobverbandes war seine unnachahmbare Explosivität nicht verborgen geblieben. Fortan konzentrierte sich auf seine Karriere als Anschieber wo er internationale Erfolge mit Martin Annen feiern konnte.

Wie nahe sportliche Erfolge und vermeintliche Rückschläge zusammen sein können erfuhr der Verein im Jahr 2001. Beim Eidgenössischen in Nyon konnten Stefan Fausch, Edi Philipp und Christoph Günthardt, Landquart,  um die Kränze schwingen. Die Ostschweizer Dominanz war so stark, dass Stefan im siebten Gang mit Schwingerkönig Jörg Abderhalden um die Schlussgangteilnahme schwang. Leider blieb ihm dieser verwehrt, mit dem dritten Rang erreichte er jedoch ein herausragendes Resultat. Ebenfalls zu Kranzehren kam Edi Philipp. Mit 75 Punkten hätte auch Christoph diesen verdient, es fehlte jedoch der berüchtigte Viertelpunkt. Ende Jahr standen jedoch grosse Veränderungen an. Barthli Schrofer wurde als Nachfolger von Niklaus Wolf für das Amt des Präsidenten  des BKSV vorgeschlagen.  Gleichzeitig gab zur Überraschung aller Stefan Fausch mit gerade mal 26 Jahren  den Rücktritt von den Aktiven. Im Folgejahr übernahm Edi Philipp die Rolle des Teamleaders und mit Schwinger wie Christoph Günthardt, Georg Lötscher, Fanas, Thomas Lipp, Untervaz, oder Marco Sprecher, Furna, erreichten sie gemeinsam ausgezeichnete 16 Kränze. Vierzig Jahre nach Hitsch Plattner wäre es mit Edi Philipp beinahe erneut einem Untervazer gelungen den NOS Schwingertag für sich zu entscheiden. Nur knapp und teilweise umstritten musste er sich in Winterthur Schwingerkönig Nöldi Forrer geschlagen geben. Ab dieser Zeit trainierte auch der aufstrebende Fidazer Reto Attenhofer regelmässig in Untervaz und half ein hohes Niveau im Training zu erreichen.

Zum Glück fand Stefan Fausch wieder Gefallen am Schwingen und kehrte 2003 überraschend, aber zur Freude aller zurück in den Sägemehlring. Es sollte ein fulminantes Comeback werden. Insgesamt sechs Festsiege, darunter den Klassiker auf dem Brünig, das Schwägalp Schwinget und das Glarner Bündner, katapultierten ihn zurück an die Spitze der Schwingerschweiz. Dem Training schloss sich nun auch Markus Bilger an, welcher später Untervaz als seinen Wohnort wählte. Die Leitung der Trainings wurden nach über zwanzig Jahren von Hans Lüthi schrittweise an Edi Philipp übergeben.  Weitere junge Schwinger wie Röbi Bigger, Grüsch, Michael Hemmi, Zizers und Ramon Schrofer, Trimmis, ergänzten die Mannschaft und es wurden ungeahnte Erfolge erzielt. Saisonausbeuten von 20 Kränzen und mehr pro Saison waren in der Folge plötzlich möglich. Mit Thomas Achermann, der in Maienfeld seine Ausbildung absolvierte, stiess für zwei Jahre zudem ein weiterer Spitzenschwinger zum Verein hinzu.

In der Folge stiegen die Erwartungen an die Schwinger, so dass das Abschneiden beim Eidgenössischen in Luzern mit „nur" einem Kranz von Stefan im neunten Rang eine leise Enttäuschung barg.  Es sollten aber wieder tolle Erfolge folgen, insbesondere der Festsieg von Edi Philipp im Folgejahr beim Bündner Glarner vor seinem Heimpublikum in Untervaz. Beim St. Galler Kantonalen setzte sich Stefan zudem gegen die gesamte Elite unseres Nachbarkantons durch und erzielte einer seiner wertvollsten Erfolge. 2006 sollte der Höhenflug des Seewiser Schreiners mit dem Sieg auf dem Stoos und dem erneuten Triumph am  Brünig-Klassiker seine Fortsetzung finden.  Erneut stiegen die Erwartung hinsichtlich des Eidgenössischen Jahres 2007 und dieses Mal wurden sie vollends erfüllt. Stefan Fausch gewann als Gast das Südwestschweizer Teilverbandsfest. In Aarau kämpfte er in einem epischen Schlussgang mit Jörg Abderhalden um die Schwingerkrone. Die Chancen waren auf beiden Seiten da, am Schluss behielt Jörg das glücklichere Ende für sich. Mit seinem zweiten Eidgenössischen Kranz rundete Edi Philipp das tolle Ergebnis der Unterlandquarter ab. Genugtuung für den Schlussgang in Aarau erlebte Stefan im Folgejahr am NOS-Schwingertag. In der Endausmarchung gelang es ihm Jörg Abderhalden zu überraschen und gewann nun auch erstmals den NOS-Schwingertag. 2010 beendete Stefan seine aussergewöhnliche Karriere mit einem grossen Fest in seinem Heimatort. Als erster Vertreter unseres Vereins durchbrach er die Grenze von 100 Kränzen und durfte am NOS-Schwingertag zum 101ten Mal vor die Ehrendamen treten. Für den sportlichen Höhepunkt war in diesem Jahr Edi Philipp mit seinem dritten Eidgenössischen Kranz in Frauenfeld besorgt.